StadtRegion: Quartiersentwicklung im Eiermann-Areal, Vaihingen

Am Stadtrand in Vaihingen entsteht eine zukunftsweisende Stadtentwicklung mit Mehrwert für Bezirk und Region. Der Entwurf sieht vor, das Eiermann-Kulturdenkmal mit den zugehörigen Freianlagen als identitätsstiftendes Ensemble zu revitalisieren und für Nutzungen mit gewerblichem Schwerpunkt und neuen Arbeitswelten zu öffnen. Ergänzend soll ein nachhaltiges, gemischtes Quartier mit hohen Wohnanteilen, Kultur, Handel sowie bedarfsgerechter Sozial- und Gemeinbedarfsinfrasturktur entstehen.

Das bestehende zentral gelegene Wäldchen auf dem ehemaligen IBM-Campus wird um einen durch Oberflächenwasser gespeisten See erweitert und bildet mit einem Quartiersplatz die neue Quartiersmitte. Der zentrale Freiraum des neuen Eiermann-Areals soll eine hohe Aufenthaltsqualität und einen Mehrwert für Vaihingen bieten. Eine kleinteilige Gliederung des Quartiers erlaubt höhere Anteile von Fuß- und Radverkehr. Darüber hinaus sollen zukunftsweisende Mobilitätskonzepte entwickelt werden, die die Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr minimieren.

Experimentelle und innovative Wohnkonzepte sollen im Quartier erprobt werden. Eine bewohnbare Schallschutzwand (Schleifenhaus) kann aufzeigen, wie ein Bauen und Leben in verdichteten und lärmbelasteten Bereichen der Stadt zukunftsträchtig gelöst werden kann.

Die Bauwerke sollen höchsten ästhetischen, technischen und funktionalen Ansprüchen entsprechen und für nachfolgende Generationen einen entscheidenden Beitrag leisten. Das Quartier soll mehr Energie produzieren als es verbraucht, die Gebäude sollen ihr Klima passiv regulieren können und ressourcenschonend gebaut sein.

Das städtische IBA'27-Potenzial wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats der IBA'27-Gesellschaft am 22. März 2019 in das IBA'27-Netz aufgenommen.

Ziele

  • Erhalt von Baukultur durch zukunftsfähige Wiederbelebung (Wertschätzung) einer denkmalgeschützten Bausubstanz.
  • Revitalisierung einer Gewerbebrache als Quartiersnukleus und Ansiedlung von Startups mit neuen Arbeitswelten.
  • Schleifenhaus als Lärmschutzwand gebaut unter Einsatz neuer Technologien (Mischkonstruktion: Holz- u. Massivbau).
  • Dichte und Nutzungsmischung als Adaption an neue Lebenswelten: Ressourcenschonung, Stadt der kurzen Wege, Reduktion des motorisierten Individualverkehrs, attraktive Naherholungsräume, lokale Versorgung mit Gemeinbedarfsinfrastuktur und Gütern des täglichen Bedarfs.
  • Nachhaltige, neue Mobilität: Stärkung des ÖPNV (Stadtbahn oder Seilbahn), innovative Mobilitätskonzepte (Sharingmodelle, Parkraumsteuerung).
  • Energie- und Stoffkreisläufe: Gebäude regulieren ihr Klima passiv, Energie-Plus-Quartier, übergreifendes Regen- und Oberflächenwassermanagement (Einspeisung See).
  • Mehrwert für den Stadtbezirk Vaihingen und für die (polizentrische) Region durch Gesamtquartier: Steigerung der Lebens- und Umweltqualität. Bauwerke sollen höchsten ästhetischen, technischen und funktionalen Ansprüchen entsprechen.