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Zeitreisen im Stadtarchiv: Termine von Februar bis März

Das Stadtarchiv bietet im ersten Quartal wieder eine Reihe von Veranstaltungen zu historischen Themen an. Der Eintritt ist - soweit nicht anders angegeben - frei. Mehr unter www.stuttgart.de/stadtarchiv.

Stadtarchiv Stuttgart - gute AuflösungDas Stadtarchiv befindet sich im Bellingweg 21 in Bad Cannstatt. Foto: Stadtarchiv

Vorkämpfer für Parlamentarismus

Der Historiker Michael Kitzing hält am Dienstag, 11. Februar, um 19 Uhr einen Vortrag über "Conrad Haußmann (1857-1922) - Ein Vorkämpfer für parlamentarische Demokratie und internationalen Ausgleich". Als linksliberaler Abgeordneter kämpfte Haußmann seit 1889/90 für die Parlamentarisierung Württembergs und des Deutschen Reichs. Zugleich kritisierte er die Heeres- und Marinerüstung und bemühte sich auf Parlamentariertreffen vor sowie auf halboffiziellen Missionen während des Ersten Weltkriegs um internationalen Ausgleich und um einen Friedensschluss. Am Ende des Krieges gehörte er der Regierung Max von Badens an, 1919 hatte er wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung der ersten demokratischen deutschen Verfassung. Kitzing beleuchtet all diese Facetten des Wirkens von Conrad Haußmann und gibt zugleich einen Überblick über die politische Geschichte des Kaiserreichs und der frühen Weimarer Republik. In Kooperation mit der Stiftung Bundespräsident Theodor-Heuss-Haus.

Stuttgarter Kickers 1899 bis 1949

Vom 19. Februar bis 30. April ist die Ausstellung "Heimat Kickers - Die Blauen in bewegten Zeiten. Eine historische Recherche" zu sehen. Sie wurde von engagierten Kickers-Fans erarbeitet und stellt die Geschichte des Vereins von seiner Gründung 1899 bis 1949, dem Gründungsjahr der Bundesrepublik, vor. Bei der Vernissage am Dienstag, 18. Februar, 19 Uhr führt Pascal Claude aus Zürich in die Welt der singenden Fußballspieler ein. Sein Programm trägt den Titel "Singende Beine" und vereint neben zeitlosen Klassikern wie Gerd Müllers "Und dann macht es Bumm" auch Songs von Roger Milla, Ruud Gullit oder Paul Gascoigne. Und natürlich wird er auch den 1974 von der 1. Mannschaft der Stuttgarter Kickers mit dem Orchester Erwin Lehn eingesungenen "Kickers Song" spielen. Die Ausstellung zeigt in Kooperation mit dem Fanprojekt Stuttgart e.V. - Kickers Fanprojekt am Beispiel von einzelnen Spielern, Funktionären und Mitgliedern, die in dieser Zeit für die Kickers aktiv waren, wie sich politische Umbrüche auf das Schicksal der Menschen im Verein auswirkten. Im Mittelpunkt stehen Sportler wie der Kickers-Pionier Eugen Kipp, der im Ersten Weltkrieg umgekommen ist, oder Julius Baumann, ein Schiedsrichter der Kickers, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft im Juni 1933 aus dem Verein ausgeschlossen und 1942 im KZ Mauthausen ermordet wurde.

Joe Bauers Flaneursalon

Im Rahmen der Ausstellung "Heimat Kickers" ist am Samstag, 7. März, um 19.30 Uhr der Kolumnist und Spaziergänger Joe Bauer mit seinem "Flaneursalon" zu Gast. Mit dabei sind die Sängerin Eva Leticia Padilla, das Trio Gadjo (Katalin Horvath, Frank Wekenmann & Sebastian Mare) und der Schriftsteller Bernd Sautter. Conférencier des Abends ist Dietrich Krauß (Autor der "Anstalt" im ZDF). Tickets zu 15 Euro gibt es auf www.reservix.de.

Von der Depesche zum Tweet

Beim bundesweiten Tag der Archive am Samstag, 7. März, unter dem Titel "Kommunikation. Von der Depesche zum Tweet" bietet das Stuttgarter Stadtarchiv von 14 bis 17 Uhr Informationen und Kurzreferate zum Thema an. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kulturgeschichte im Nationalsozialismus

Über "Stuttgarts Kulturgeschichte im Nationalsozialismus - Ein blinder Fleck?" wird am Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr im Stadtarchiv diskutiert. Auf dem Podium sitzen die Kunsthistorikerin und Kulturwissenschaftlerin Bettina Keß (kulturplan Würzburg), die Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Johanna Poltermann (Staatsgalerie) und der Leiter des Stadtarchivs, Professor Roland Müller. Die Journalistin und Autorin Adrienne Braun moderiert. Der Abend ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung "Der Traum vom Museum 'schwäbischer' Kunst. Das Kunstmuseum Stuttgart im Nationalsozialismus", die vom 1. Februar bis zum 1. Juni im Kunstmuseum zu sehen ist. Die Geschichte der Stuttgarter Kulturinstitutionen, der politischen wie künstlerischen Akteure in der NS-Zeit ist bisher nur in Ansätzen erforscht. Eine umfassende Darstellung der Theater und Literatur, der Musik, der Museen, der Kunsthändler- und Kunstsammlerszene, der intellektuellen Führungspersonen und der kulturellen Organisationen steht noch aus. Was sind die Gründe für diese Lücke der stadtgeschichtlichen Forschung, wie könnte sie geschlossen werden?

Stadtarchiv Stuttgart

Das Stadtarchiv ist das Gedächtnis der städtischen Gesellschaft und gleichzeitig das Kompetenzzentrum für Stadtgeschichte. Es bewahrt und sichert die Unterlagen der Verwaltung und stellt sie - entsprechend den gesetzlichen Vorgaben - den Bürgerinnen und Bürgern zu Information und Forschung zur Verfügung. Außerdem verwahrt es nichtamtliches Schrift- und Sammlungsgut von bleibendem Wert für die Geschichte der Stadt, unter anderem private Nachlässe, Plakate und Fotos. Darüber hinaus trägt das Stadtarchiv als wissenschaftliche Einrichtung mit eigener Forschung sowie durch Tagungen, Vorträge, Ausstellungen, Publikationen und andere Aktivitäten zur Vermittlung der Stuttgarter Stadtgeschichte bei.

  • Das Stadtarchiv befindet sich in Bad Cannstatt, Bellingweg 21. Der Lesesaal ist dienstags, donnerstags und freitags 9 bis 16 Uhr, mittwochs 9 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Zu seinen regelmäßigen Rundgängen durchs Haus lädt das Stadtarchiv jeden ersten Mittwoch im Monat um 17.30 Uhr in den Bellingweg 21 ein.
  • Erreichbar ist das Stadtarchiv mit der Buslinie 56 vom Wilhelmsplatz oder Bahnhof Bad Cannstatt bis zur Haltestelle Veielbrunnenweg, von dort geht man noch etwa sieben Minuten durch die Reichenbachstraße bis zum Bellingweg 21.
  • Weitere Informationen gibt es unter Telefon 216-91512, poststelle.stadtarchiv@stuttgart.de und im Internet auf stuttgart.de/stadtarchiv

Mittwoch, 05.02.2020