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Wertvollen Schatz bewahren

Stadt und Land haben im Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater am Dienstagabend, 5. November, die Kostenschätzungen für die Sanierung und Erweiterung der Oper und den Interimsstandort vorgelegt. Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte danach: "Mit Oper und Ballett haben wir in Stuttgart einen wertvollen Schatz, der international von herausragender kultureller Bedeutung ist."
"Wer diesen Schatz erhalten und in die Zukunft überführen will, muss sich aktiv für die Weiterentwicklung einsetzen", so Kuhn. Die Kosten seien auf den ersten Blick sehr hoch. "Deswegen müssen wir sie in der Bürgerschaft gut begründen. Es lohnt sich, für diese Investition mit Herz und Kopf zu kämpfen."

Verwaltungsrat Staatstheater: OB Kuhn präsentiert Standort für InterimsoperVergrößernOberbürgermeister Fritz Kuhn präsentiert den Standort der Interimsoper. Foto: Thomas Niedermüller/Stadt StuttgartOberbürgermeister Fritz Kuhn präsentiert den Standort der Interimsoper. Foto: Thomas Niedermüller/Stadt Stuttgart
Im Verwaltungsrat wurden die überarbeiteten Pläne für eine Interimsoper nördlich der Wagenhallen vorgestellt. Die Pläne greifen den Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs Rosenstein auf, der an dieser Stelle eine "Maker City" für Kreativwirtschaft, Künstler und Wohnen vorschlägt. In der neuen Konzeption kann die sogenannte Containercity der Künstler erhalten bleiben.

Im Vorgriff auf die spätere Nutzung sollen für den Bedarf der Interimsoper zwei Gebäude der "Maker City" durch die Stadt errichtet werden (84,1 Millionen Euro). Kuhn erklärte: "Wir haben jetzt ein Interim, von dem wesentliche Teile dauerhaft stehenbleiben können. Hier buchstabieren wir Nachhaltigkeit neu."

Daneben wird eine Spielstätte für Oper und Ballett in modularer Bauweise errichtet, die später teilweise verkauft werden kann. Dafür sind Kosten von 104,1 Millionen Euro errechnet, die hälftig von Stadt und Land getragen werden. Zieht man den erwartbaren Wiederverkaufserlös für die Modularbauten ab, bleiben für Stadt und Land jeweils ein Anteil von 42,7 Millionen Euro.

Das Land hat konkrete Zahlen für die Sanierung und Erweiterung der Württembergischen Staatstheater vorgelegt. Darin enthalten sind Modernisierung von Zuschauer- und Bühnenhaus, Einbau einer Kreuzbühne mit Erweiterung des Gebäudes, Neubau des Kulissengebäudes sowie die Umstrukturierung und Modernisierung der öffentlichen Funktionen. Nach diesen Berechnungen beläuft sich die Kostenschätzung auf zwischen 737 bis 958 Millionen Euro, inklusive eines Puffers für bereits absehbarer Baukostensteigerungen.

Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium, sagte: "Wir wissen, dass wir handeln müssen. Wir gehen jetzt mit konkreten Zahlen in die Öffentlichkeit, die wir belastbar hergeleitet haben."

Der geschäftsführende Intendant der Staatstheater, Marc-Oliver Hendriks, sprach von einem "Durchbruch der Klarheit". Hendriks: "Wir wollen die Zukunftsfähigkeit der Staatstheater nach der Sanierung für mehrere Jahrzehnte am Standort und für Stuttgart absichern." Viktor Schoner, Intendant der Staatsoper Stuttgart, fügte an: "Unser Versprechen ist, dass wir unsere Arbeit mit aller Kraft und Energie nachgehen. Auch, um aller Verantwortung gerecht zu werden."

Die Stadt hat zudem vorgeschlagen, an der Zuckerfabrik knapp 10.000 m² Nutzfläche zu schaffen, um so das neu zu errichtende Kulissengebäude zu entlasten und eine neue städtebauliche Perspektive zu eröffnen. Der OB strebt im neuen Jahr einen Zielbeschluss zur Sanierung der Oper und für die Interimsoper im Gemeinderat an.

Weitere Informationen: Präsentation "Interimsoper an den Wagenhallen" (PDF)
Mittwoch, 06.11.2019