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Zeitreisen im Stadtarchiv: Termine von Oktober bis Dezember

Das Stadtarchiv bietet im vierten Quartal wieder eine Reihe von Veranstaltungen zu historischen Themen an. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos stehen im Internet unter www.stuttgart.de/stadtarchiv.
Repräsentation im Barock
Im Rahmen der Ausstellung "Rechnende Bürgermeister. Geld, Macht und Erinnerung im vormodernen Stuttgart" spricht Sandra-Kristin Diefenthaler, Kuratorin der Staatsgalerie, am Mittwoch, 16. Oktober, 19 Uhr über Repräsentationsbildnisse des Barock. Denn diese Kunstgattung erfuhr im 17. Jahrhundert eine besondere Blüte: Kaiser, Päpste und Fürsten - aber eben auch Bürgermeister und Kaufleute - wer es sich leisten konnte, saß Modell. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Oktober zu sehen.

Frank Bösch Zeitenwende 1979Frank Bösch, Zeitenwende 1979, Cover: C.H. Beck
Als die Welt von heute begann

Frank Bösch stellt am Mittwoch, 23. Oktober, 19 Uhr sein Buch "Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann" vor (Cover: C.H.Beck). 1979 häuften sich weltweit Krisen, euphorische Aufbrüche und Revolutionen. Der Autor schildert, welche Folgen diese Ereignisse für Deutschland hatten: politisch, kulturell und mit Energiespar-Appellen, Nicaragua-Kaffee, Fremdenhass und Willkommenskultur auch im Alltag. Bösch ist Professor für Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam und Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Bibliothek für Zeitgeschichte.

Widerstand 1939-1945
Am 8. November jährt sich Georg Elsers Attentat auf Hitler zum 80. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Stadtarchiv in Kooperation mit dem Lernort Geschichte vom 6. bis 15. November eine Ausstellung der Stiftung 20. Juli 1944 und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Bei der Vernissage am Dienstag, 5. November, um 19 Uhr spricht Angela Borgstedt über das Thema "Nicht anpassen, widerstehen! Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Zivilcourage heute". Sie ist Professorin an der Universität Mannheim und Geschäftsführerin der Forschungsstelle Widerstand ­gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten. Führungen durch die Ausstellung können beim Lernort Geschichte unter Telefon 0711/9978598 vereinbart werden.

Stolperstein Gertrud LutzStolperstein Gertrud Lutz. Foto: Horlacher
Die Gruppe Schlotterbeck
Im Rahmen der Ausstellung "Was konnten sie tun?" präsentieren Günter Randecker und Michael Horlacher am Dienstag, 12. November, um 19 Uhr ihr Buch "Die Stuttgarter Widerstandsgruppe Schlotterbeck", das in der dritten, mit vielen neuen Dokumenten erweiterten Auflage erschienen ist. Zehn Mitglieder der kommunistischen Widerstandsgruppe Schlotterbeck wurden am 30. November 1944 im KZ Dachau hingerichtet - darunter Gertrud Lutz und ihre Eltern Gotthilf und Maria Schlotterbeck. Ihr Bruder Hermann wurde im April 1945 von der SS ermordet. Nur ihr Bruder Friedrich, der 1944 in die Schweiz flüchten konnte, überlebte. Heute erinnern eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus in der Annastraße 6 in Luginsland, eine Schlotterbeckstraße und die Gedenkstätte auf dem Friedhof Untertürkheim an die Familie. Auf dem Haigst 6 in Degerloch ist der schwäbischen Widerstandskämpferin ein Stolperstein ­gewidmet.

Nationalsozialismus in den Bezirken

Beim diesjährigen Tag der Stadtgeschichte am Samstag, 16. November, von 13.30 bis 17 Uhr steht im Mittelpunkt, wie sich der Nationalsozialismus in den Stadtbezirken vollzog. Den einführenden Vortrag hält die Historikerin und Kulturwissenschaftlerin Gudrun Silberzahn-Jandt, die sich in ihrer Promotion mit Filderstadt im Nationalsozialismus beschäftigt hat. Es folgen Kurzvorträge aus den Stadtbezirken, die unter anderem den Schmalzmarkt im Stuttgarter Osten, den Aufmarschplatz am Kriegerdenkmal in Wangen oder die Hinrichtungen auf der Dornhalde thematisieren. Eine Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Stadtgeschichte und dem Stadtpalais - Museum für Stuttgart.

Festumzug der Kolonialtagung in Stuttgart am 3. Juni 1928Festumzug der Kolonialtagung in Stuttgart am 3. Juni 1928. Foto: Stadtarchiv, Nachlass Baumeister/Delius
Kolonialismus und der Südwesten
Beim Stuttgarter Symposion am Freitag, 29. November, von 13 bis 18.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses widmen sich Experten aus Berlin, Göttingen, Offenburg, Tübingen und Zürich dem Thema "Die vergessene Ausbeutung - Kolonialismus und der Südwesten". Dabei wird es auch darum gehen, wie sich die Begeisterung für die Kolonien vor Ort zeigte - zum Beispiel beim Festumzug der Kolonialtagung in Stuttgart am 3. Juni 1928. Das Symposion wird in Kooperation mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg und dem Württembergischen Kunstverein veranstaltet. Zum genauen Programm gibt es ab Mitte ­Oktober Informationen unter www.stuttgart.de/stadtarchiv und www.hdgbw.de.

Stadtarchiv ­Stuttgart
Das Stadtarchiv ist das ­Gedächtnis der städtischen ­Gesellschaft und gleichzeitig das Kompetenzzentrum für Stadtgeschichte. Es bewahrt und ­sichert die Unterlagen der Verwaltung und stellt sie - entsprechend den gesetzlichen Vorgaben - den Bürgerinnen und Bürgern zu In­formation und Forschung zur Verfügung. Außerdem ­verwahrt es nichtamtliches Schrift- und Sammlungsgut von bleibendem Wert für die Geschichte der Stadt, unter anderem private Nachlässe, Plakate und Fotos.

Darüber hinaus trägt das Stadtarchiv als wissenschaftliche Einrichtung mit eigener Forschung sowie durch Tagungen, Vorträge, Ausstellungen, Publikationen und andere ­Aktivitäten zur Vermittlung der Stuttgarter Stadtgeschichte bei.

-  Das Stadtarchiv befindet sich in Bad Cannstatt, Bellingweg 21. Der Lesesaal ist dienstags, donnerstags und freitags 9 bis 16 Uhr, mittwochs 9 bis 18 Uhr geöffnet.

-  Zu seinen regelmäßigen Rundgängen durchs Haus lädt das Stadtarchiv jeden ersten Mittwoch im Monat um 17.30 Uhr in den Bellingweg 21 ein.

-  Erreichbar ist das Stadt­archiv mit der Buslinie 56 vom Wilhelmsplatz oder Bahnhof Bad Cannstatt bis zur Haltestelle Veielbrunnenweg, von dort geht man noch etwa sieben Minuten durch die Reichenbachstraße bis zum Bellingweg 21.

-  Weitere Informationen gibt es unter Telefon 216-91512, poststelle.stadtarchiv@stuttgart.de und im Internet auf stuttgart.de/stadtarchiv.
Freitag, 04.10.2019
 

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