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IBA'27 Plenum nimmt seine Arbeit auf

Rund 350 Gäste und Experten haben am Dienstag, 6. November, am Plenum der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA'27) teilgenommen. Unter ihnen Regionalpräsident Thomas Bopp und Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der in seinem Grußwort betonte, welches ungeheure Maß an Kreativität die IBA'27 bis jetzt schon entfaltet und zu vielen produktiven Diskussionen geführt hat.

IBA'27 Plenum nimmt seine Arbeit auf - 06.11.2018Regionalpräsident Thomas Bopp, IBA-Intendant Andreas Hofer und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (v.l.n.r.) hießen am Dienstagabend die über 350 Gäste und Teilnehmer des IBA Plenums in den Wagenhallen willkommen. Foto: Franziska Kraufmann/IBA'27
Der Ort war passend gewählt: In den sanierten Wagenhallen - wo sich Vergangenes und Modernität vereinen - kam das IBA'27 Plenum in großer Runde zusammen. Vier offene Arbeitsforen, an denen Experten, Mitglieder von Initiativen und Verbänden wie auch Privatpersonen teilnehmen können, wurden ins Leben gerufen. Deren Mitglieder sollen sich Gedanken zu Wohnen, Leben und Arbeiten der Zukunft machen und Modernität nicht nur weiterdenken, sondern Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft in einer digitalen Gesellschaft finden.

Oberbürgermeister Kuhn eröffnete das Plenum der IBA und sagte: "Wie wollen wir in Zukunft leben? Welche Bauformen und Materialien sollen künftig genutzt werden? Die Stadt und die Region sind gezwungen sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen und Utopien zu konkretisieren. Mit Andreas Hofer als Intendanten der IBA ist jetzt schon bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen ein ungeheures Maß an Kreativität entstanden, das zu produktiven Diskussionen geführt hat und weiter führen wird."

Regionalpräsident Thomas Bopp sagte als Aufsichtsratsvorsitzender der IBA: "Wir spüren schon jetzt eine Aufbruchsstimmung in der Region. Bei der Diskussion um die Zukunft wollen wir aber nicht nur Experten einbinden. Wir müssen auch die Bürgerschaft zu Wort kommen lassen, damit eine kreative Mischung aus der Gesellschaft die Antworten auf Zukunftsfragen finden kann."

IBA'27 Intendant Andreas Hofer erklärte die Aufgaben des Plenums: "Wir müssen uns die zentrale Frage stellen, was im Jahr 2027 zukunftsweisend sein wird und was wichtig für die Zukunftsfähigkeit generell ist. Das Plenum und die heute zu bildenden vier Fachforen sollen in einem Werkstattprozess Antworten darauf finden."

Plenen und Foren als Diskussionsplattform



IBA'27 Plenum nimmt seine Arbeit auf - 06.11.2018In den offenen Fachforen diskutierten Experten, Mitglieder von Initiativen und Privatpersonen zu unterschiedlichen Themen. Foto: Franziska Kraufmann/IBA'27
Im Anschluss stellte Hofer das neu gebildete Kuratorium vor. Das Gremium vereint in sich Fachleute mit unterschiedlichen Schwerpunkten und internationalem Hintergrund. Aufgabe des vom Aufsichtsrat der IBA 2027 GmbH gewählten Fachgremiums ist es, die Anforderungen an die IBA-Projekte weiterzuentwickeln und die Aufnahme der vorgeschlagenen Projekte in das Ausstellungsprogramm zu empfehlen. Zudem wird das Kuratorium die IBA'27 mit Blick von außen inhaltlich begleiten.

Nach der Vorstellung des auf fünf Jahre gewählten Kuratoriums, benannte Hofer zehn Thesen, mit denen sich die Fachforen künftig auseinandersetzen sollen, um notwendige Voraussetzungen und Projektideen für die IBA'27 zu entwickeln. Nun galt es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst Ideen zu sammeln, darauf aufbauend die Arbeitsweise und Prozesse in den Fachforen festzulegen und mögliche weitere Fragestellungen zu finden.

Das erste Forum beschäftigt sich mit den Themen Forschung und Technologie. Dort geht es zum Beispiel um die Frage, welche Materialien in Zukunft zum Bauen verwendet würden, oder wie möglichst energieschonend und umweltverträglich gebaut werden könnte.

Das zweite Forum befasst sich mit dem Themenkomplex Politik und Gesellschaft. Fragen sind hier, wem der Boden künftig gehören solle, wie eine Spaltung der Gesellschaft auch durch moderne Wohnformen verhindert werden könnte und wie sich zukünftige Arbeit- und Freizeitformen auf eine Stadtgesellschaft auswirken.

Das dritte Forum hat Mobilität und Wirtschaft zum Thema. Es gilt Antworten auf Fragen zu finden, wie Mobilität oder Fabriken in der Zukunft aussehen und welche neuen Prozesse hier Einzug halten könnten.

Das vierte Forum beschäftigt sich mit Planen und Bauen. Zentrale Fragen sind, wie regionale Planungskultur in der Zukunft funktionieren kann, welche Wohndichte vorherrschend sein wird und wie Stadtränder und Regionen künftig definiert werden.

Nach den getrennten Forumssitzungen wurden im Plenum erste Erkenntnisse aus den Diskussionen vorgestellt. Im Wesentlichen wurden weitere Fragestellungen in den einzelnen Bereichen hinzugefügt. Die Arbeitsgruppen haben nun ein halbes Jahr Zeit ihre Ideen und Erkenntnisse weiter auszuarbeiten, bevor sie diese im nächsten Plenum im Mai 2019 präsentieren.


IBA'27 Plenum nimmt seine Arbeit auf - 06.11.2018Mehr als 350 Gäste kamen zur Eröffnung des zweiten IBA-Plenums in die sanierten Wagenhallen. Foto: Franziska Kraufmann/IBA'27

Mitglieder des IBA-Kuratoriums

Hans Drexler
Schwerpunkte: preisgünstiges und nachhaltiges Bauen; DGJ Architektur GmbH (Frankfurt/Zürich/Den Haag); Professor für Konstruieren und Energie- und Gebäudetechnik, Jade Hochschule Oldenburg

Agnes Förster
Schwerpunkte: Wohnungsmarkt, nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung, kommunikative Planungsmethoden; Leiterin des "Studio Stadt Region" bei 4architekten (München); Professorin für Planungstheorie und Stadtentwicklung RWTH Aachen

Andreas Kipar
Schwerpunkt: Landschaftsarchitektur; Gründungspartner LAND - Landscape Architecture Nature Development (Mailand/Lugano/Düsseldorf); Dozent für Public Space Design an der Polytechnischen Universität Mailand

Folke Köbberling
Schwerpunkte: Kunst und Architektur, Interventionen im öffentlichen Raum; Professorin für Künstlerisches Gestalten am Institut für Architekturbezogene Kunst TU Braunschweig

Regine Leibinger
Schwerpunkt: Architektur; Partnerin Barkow Leibinger (Berlin); Professorin für Gebäudekonstruktion TU Berlin; Visiting Professor der School of Architecture Princeton University; Mitglied Visiting Committees MIT Department of Architecture, Cambridge

Anh-Linh Ngo
Schwerpunkte: Architektur, Stadt, Kultur und Medien; Autor und Mitherausgeber von ARCH+ - Zeitschrift für Architektur und Urbanismus; Mitbegründer des "Projekt Bauhaus"

Johannes Novy
Schwerpunkte: Bürgerbeteiligung und partizipative Prozesse; Dozent für Stadtplanung und Stadtentwicklung, School of Geography and Planning Cardiff

Heidi Pretterhofer
Schwerpunkte: Experimentelle Architektur, Partizipation, Kunst, Urbanismus; Dozentin für Wohnbau an der TU Wien; Partnerin Pretterhofer Arquitectos

Tim Rienits
Schwerpunkte: Stadt- und Raumentwicklung, Quartiersentwicklung, Nachhaltigkeit; Professor für Entwerfen und Städtebau, Leibniz Universität Hannover

Marcos L. Rosa
Schwerpunkte: Architektur, Urban Design, Planung; Kurator der Architekturbiennale Sao Paolo

Pelin Tan
Schwerpunkte: Soziologie, Kunstgeschichte; Professorin an der Architektur-Fakultät der Artuklu University Mardin

Kristian Villadsen
Schwerpunkte: Planung und Mobilität; Geschäftsführer und Partner Gehl Partners, Kopenhagen