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Coronavirus: Unterstützung für besonders betroffenen Gruppen - Angebote und Leistungen des Sozialbereichs

03.04.2020 17:00 Aktuelles
Die aktuellen Schutzmaßnahmen während der Corona-Krise treffen bestimmte Personengruppen besonders hart. Sie leiden unter der erschwerten Versorgungslage. Das Referat für Soziales und gesellschaftliche Integration kümmert sich um diese Gruppen mit Informationen, Leistungen und Unterstützung, wie die Stadt am Freitag, 3. April, bekanntgegeben hat.

Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, sagte: "Städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Tag und Nacht im Einsatz, um die Grundversorgung in unserer Stadt sicherzustellen. Sie sorgen für unser aller Wohlergehen, aber besonders kümmern sie sich um Menschen, die unter der erschwerten Versorgungslage stark leiden. Die Stuttgarterinnen und Stuttgarter sollen wissen: Wir sind für Sie da!" Beeindruckend sei auch die Nachbarschaftshilfe. "Jüngere Menschen engagieren sich für Ältere und übernehmen für sie zum Beispiel Einkäufe. Die Bürgerinnen und Bürger stehen in schwierigen Zeiten zusammen. Wir laden weitere Menschen dazu ein, die besonders Schutzbedürftigen zu unterstützen. Über unsere Austauschplattform 'Corona - engagiert in Stuttgart' können Sie sich über weitere Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements informieren", so Sußmann weiter.
 
Folgende Beratungs- und Unterstützungsangebote sind weiterhin wie gewohnt oder mit erweiterten Angeboten erreichbar:

Sozialamt

Das Sozialamt der Landeshauptstadt Stuttgart ist für alle Menschen da, die sich in einer persönlichen oder wirtschaftlichen Notsituation befinden und die nicht aus eigener Kraft zu einer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in der Lage sind.
 
Derzeit können Kunden bis auf Weiteres nur noch nach telefonischer Terminabsprache persönlich bedient werden. Betroffene wenden sich telefonisch oder per Mail an das Sozialamt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prüfen, ob das Anliegen unbürokratisch, ohne persönliche Vorsprache erledigt werden kann. Nur unter bestimmten Voraussetzungen ist ein individueller Vorsprachetermin möglich.
 
Vereinfachte Verfahren für Bewilligung und Verlängerungen von Leistungen:
Bereits bewilligte Leistungen werden unbürokratisch und ohne die eigentlich notwendige persönliche Vorsprache bis Jahresende verlängert, damit die Betroffenen die nötigen Mittel erhalten. Diese Regelung betrifft zum Beispiel die Leistungen der Grundsicherung, des Asylbewerberleistungsgesetzes sowie Leistungen für Wohnungslose oder Menschen mit Behinderung.

Unterstützung für EU-Staatsbürger, die in ihr Heimatland zurückkehren wollen:
Für EU-Staatsbürger, die in ihr Heimatland zurückkehren wollen, aber kein Geld für die Rückreise haben, werden schnelle und unbürokratische Lösungen gefunden. Hier arbeitet das Sozialamt eng mit den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege zusammen.

Ständiger Austausch mit den Trägern der sozialen Dienste:
Gemeinsam mit den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege wird auch in der aktuellen Lage sichergestellt, dass die soziale Infrastruktur funktioniert und zugleich alle notwendigen Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Es gibt in Stuttgart viele Menschen, die auf tägliche Hilfen und Unterstützung angewiesen sind: Pflegebedürftige müssen weiter gepflegt werden, Menschen mit psychischen Erkrankungen müssen versorgt und beraten werden, Opiatabhängige müssen weiter Zugang zu Substitutionsmitteln und Medikamenten haben und Wohnungslose brauchen Tagesstätten, in denen sie sich duschen können und eine warme Mahlzeit erhalten. Das Sozialamt unterstützt die Träger der sozialen Dienste mit allen Kräften, um diese Versorgung auch in der aktuellen Lage so gut es geht aufrecht zu erhalten.
 
Bereitstellung von Schutzunterkünfte für Wohnungslose und Geflüchtete:
Zum Schutz von Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete sowie der Notunterbringung von Wohnungslosen trifft das Sozialamt Vorkehrungen, um mögliche Verdachtsfälle auf das neuartige Coronavirus zeitnah gesondert unterzubringen und entsprechend zu versorgen. In enger Kooperation mit dem Gesundheitsamt und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) werden mehrere gesonderte Unterkünfte vorbereitet, in denen Menschen ohne eigenen Wohnraum isoliert, medizinische versorgt und betreut werden können.
 
Hilfsangebote auf Plattform "Corona - engagiert in Stuttgart":
Mit der Plattform "Corona - engagiert in Stuttgart" (corona-engagiert.stuttgart.de) werden ehrenamtliche und nachbarschaftliche Hilfsangebote zentral gebündelt. Engagierte und Interessierte erhalten Rat und Informationen. Einzelpersonen und Initiativen werden beraten und direkt unterstützt und es werden weitere Ideen für Unterstützungsmöglichkeiten gesammelt und veröffentlicht.
 

Belange von Menschen mit Behinderung

Simone Fischer, Beauftrage für die Belange für Menschen mit Behinderung der Stadt Stuttgart, bündelt die unterschiedlichen Probleme und Bedürfnisse der in Stuttgart lebenden Menschen mit Behinderung.
 
Informationen in Leichter Sprache und Gebärdensprache:
Auf der Webseite www.stuttgart.de/corona stehen Informationen in leichter und einfacher Sprache und Gebärdensprache zum Corona-Virus zur aktuellen Situation in Stuttgart bereit. Interessierte erfahren wie sie sich mit städtischen Ämtern und Behörden in Verbindung setzen können.
 
Auf der Website stehen auch E-Mail- und Faxvorlagen für die medizinische Versorgung zur Verfügung.
 
Gebärdentelefon:
Hörgeschädigte und gehörlose Menschen erreichen die städtischen Ämter über die Behördennummer 115. Sie können das Gebärdentelefon D 115 nutzen, um mit den Stuttgarter Ämtern Kontakt aufzunehmen. Sie erhalten dort wichtige Informationen zu Leistungen der Behörden. Sie brauchen keine Dolmetscherin oder keinen Dolmetscher für Gebärdensprache.
 
Das Gebärdentelefon ist erreichbar Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter www.gebaerdentelefon.de/115

Jobcenter

In der aktuellen Lage konzentriert sich das Jobcenter auf die Bearbeitung von Neuanträgen sowie die pünktliche Auszahlung von existenzsichernden Geldleistungen.
 
Das Jobcenter Stuttgart hat seine Arbeitsabläufe an die derzeitige Situation angepasst, um die Gesundheit der leistungsbeziehenden Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeitenden zu schützen. Bis auf Weiteres sind alle Zweig-, Außen- und Fachstellen für den Publikumsverkehr geschlossen, jedoch weiterhin telefonisch und per E-Mail erreichbar. Die Mitarbeitenden beraten telefonisch zu allen leistungsrechtlichen Themen, kurzfristig aufkommenden Anliegen und Fragen rund um die berufliche Eingliederung. Eine telefonische Beratung kann spontan oder auch nach Vereinbarung eines Telefontermins stattfinden. Sollten die Leitungen durch ein erhöhtes Anrufaufkommen belegt sein, erfolgt möglichst schnell ein Rückruf durch die persönlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des Jobcenters.
 
Ein persönlicher Kontakt ist in dringenden Fällen nach Vereinbarung möglich.
 
Termine:
Alle bereits vereinbarten Beratungsgespräche und Termine wurden von Seiten des Jobcenters abgesagt - selbstverständlich ohne Nachteile und negative Konsequenzen für die leistungsbeziehenden Bürgerinnen und Bürger. Die Weiterbewilligung und Auszahlung von Leistungen ist dadurch nicht gefährdet.
 
Unterlagen einreichen:
Unterlagen können per E-Mail (möglichst ein Anhang) oder durch Einwurf in die Haus-Briefkästen der Zweig-, Außen- und Fachstellen eingereicht werden. Bei Nachweisen genügt es, diese als Scan oder auch als Handy-Foto zu schicken. Wichtig ist jedoch: E-Mails sollten grundsätzlich an das Postfach der jeweiligen Zweig- oder Fachstelle gesendet werden und nicht an E-Mail-Adressen der jeweils zuständigen Mitarbeitenden des Jobcenters. Im Falle einer Erkrankung können die Anliegen sonst nicht bearbeitet werden.
 
Unkomplizierte Antragstellung:
Wer durch das Coronavirus in eine Notlage gerät und einen Antrag auf Arbeitslosengeld II (ALG II) stellen muss, kann dies unkompliziert und schnell tun. Das notwendige Formular ist online zu finden. Es kann auch formlos - telefonisch oder per E-Mail - ein Antrag bei der Jobcenter-Zweigstelle in Wohnortnähe gestellt werden, die Formulare werden dann zugeschickt. Die jeweiligen Kontaktdaten sind online zu finden unter: www.stuttgart.de/jobcenter
 
Vereinfachter Zugang zu Arbeitslosengeld II:
Mit dem Sozialschutz-Paket wurde vorübergehend ein vereinfachter Zugang zum Arbeitslosengeld II geschaffen. Für einen Zeitraum von sechs Monaten wird in der Regel auf eine Vermögensprüfung verzichtet. Die Unterkunftskosten gelten ohne Prüfung als angemessen.
 
Akute Notlage:
Leistungsbeziehende erhalten ihre Leistungen gewöhnlich zu Anfang des Monats per Überweisung. Bei Neuanträgen wir die Leistung in der Regel innerhalb von drei Tagen nach der Bewilligung auf dem Konto gutgeschrieben. In Notfällen, wenn sofort Geld benötigt wird, stellt das Jobcenter eine Kassenkarte zur Verfügung oder gibt Lebensmittelgutscheine aus.
 
Hilfe für Selbstständige / Kurzarbeitergeld:
Neben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern trifft die Krise nun auch viele Selbstständige und freischaffende Personen. In Einzelfällen werden die Bundes- und Landessoforthilfen nicht bzw. nicht sofort greifen können. Hier steht das Jobcenter unmittelbar bereit, die Sicherung des Lebensunterhalts zu gewährleisten.
 
Auch für Beschäftigte gilt: Sollte das Kurzarbeitergeld nicht für den Lebensunterhalt genügen und die Bürgerinnen und Bürger auf aufstockende Leistungen angewiesen sein, so kann zusätzlich Arbeitslosengeld II beim Jobcenter beantragt werden.

Abteilung Integrationspolitik: Mehrsprachige Informationen zu Corona

Die Abteilung Integrationspolitik stellt Migrantenselbstorganisationen (Migrantenvereine) mehrsprachige Informationen über die aktuellen Regelungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zur Verfügung. Sie sind zu finden unter www.stuttgart.de/corona. Die Informationsblätter sollen zeitnah um Videos in sieben Sprachen ergänzt werden.