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Kesselrandzählung 2019: Immer weniger Fahrzeuge passieren den Kesselrand - Im Durchschnitt sitzen 1,23 Personen im Wagen

11.02.2020 Verkehr/Mobilität
Das Amt für Stadtplanung und Wohnen hat am Dienstag, 11. Februar, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik die Ergebnisse der Kesselrandzählung 2019 präsentiert.

Demnach hat die Zahl der Fahrzeuge, die am Stichtag innerhalb von 24 Stunden die Kesselgrenze überfahren haben, einen neuen Tiefstwert erreicht: Im Vergleich zu 2017 gab es einen Rückgang um 2,2 Prozent. Nahezu unverändert ist hingegen die Anzahl der Personen, die in einem Fahrzeug sitzen: Hier stagniert der Wert - wie schon 2017 - bei einem Durchschnitt von 1,23 Personen pro Fahrzeug.

Die aktuell vorliegenden Ergebnisse der Kesselrandzählung 2019 stammen vom 23. Mai 2019. Insgesamt wurde der Verkehr an 21 Zählstellen gemessen, 24 Stunden lang. Gezählt wurden 418.000 ein- und ausfahrende Fahrzeuge.

Der Schwerlastverkehr verzeichnet dabei mit knapp 12.000 Fahrzeugen und einem Anteil von 2,8 Prozent ebenfalls einen Rückgang um 2,2 Prozent.

Am meisten Verkehr gibt es auf der Cannstatter Straße

Bei der Querschnittsbetrachtung bleibt die Cannstatter Straße mit 94.000 Fahrzeugen innerhalb von 24 Stunden an der Spitze. Fast ein Viertel des Kesselrandverkehrs wird dort abgewickelt. Doch auch hier sinken die Werte: Im Verlauf der vergangenen acht Jahre hat die Cannstatter Straße rund 15 Prozent ihres Verkehrsaufkommens verloren.

Stephan Oehler, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung und Stadtgestaltung, sagte: "Damit setzt sich ein gemäßigter Trend fort, den wir seit 2001 beobachten. Die Verkehrszahlen gehen nach unten, wenn auch mit geringer Schwankungsbreite." Während im Schwerlastverkehr ein echter Rückgang der Zahlen mit dem Strukturwandel der Wirtschaft zu erklären sei und ohne die hohe Bautätigkeit noch deutlicher ausfallen würde, gebe es im Personenverkehr verschiedene, teils gegenläufige Effekte, so Oehler weiter. "Die Arbeitszeiten werden flexibler gestaltet, immer mehr Menschen nutzen den ÖPNV oder steigen aufs Fahrrad um, die Einwohnerzahlen in Stuttgart und der Region nehmen zu und es gibt eine erhöhte Freizeitmobilität - dadurch kommt es in Summe einerseits zu Zunahmen und andererseits zu Abnahmen beim motorisierten Individualverkehr. Am Kesselrand stellen wir in den vergangenen acht Jahren einen leicht sinkenden und an der Markungsgrenze einen leicht steigenden Wert fest", sagte Oehler.

Auffallend ist darüber hinaus die Zunahme des Nachtverkehrs um rund 15 Prozent. Stephan Oehler erklärte: "Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass die Autofahrer mit ihrem Pkw viel in der Freizeit unterwegs sind und die Lastwagenfahrer auf die Zeit vor 6 Uhr ausweichen."

Hintergrund

Das Amt für Stadtplanung und Wohnen macht sogenannte "Kordon-Erhebungen des Individualverkehrs" seit 1968 an der Markungsgrenze und seit 1981 am Kesselrand. Die Markungsgrenzzählung und die Kesselrandzählung finden im jährlichen Wechsel statt. Der Kordon ist ein System von Zählstellen, um die Verkehrsdichte zu ermitteln.

Der Begriff Markungsgrenze definiert die Außengrenze der Landeshauptstadt Stuttgart. Vom Kesselrand wird das Gebiet des Stuttgarter Talkessels umschlossen: Es handelt sich um einen topografisch bedingten Kordon, bestehend aus der Innenstadt und die sie umgebenden Stadtbezirke West, Süd, Ost und Nord.

Die nächste Zählung findet an der Markungsgrenze im Oktober 2020 statt.