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Bürgermeisterin Isabel Fezer stellt Waldheime auf Rundfahrt vor

07.08.2019 Kinder/Jugend
Vornehmlich in den Sommerferien werden in der Landeshauptstadt Stuttgart wieder insgesamt rund 8200 Mädchen und Jungen eine Kinderfreizeit in einem der insgesamt 31 zur Verfügung stehenden Stuttgarter Ferienwaldheime oder anderen Einrichtungen verbringen. Die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer, hat daher zusammen mit Vertretern aus Gemeinderat und Landtag, städtischen Ämtern, Verbänden sowie kirchlichen und anderen Organisationen am Mittwoch, 7. August, die schon traditionelle Waldheimrundfahrt unternommen. Dabei wurden zwei Einrichtungen besucht: das Katholische Ferienwaldheim Lindental Feuerbach und das Evangelische Ferienwaldheim in Sillenbuch.
Die erste Station führte die Besuchergruppe ins Lindental, wo das Feriendomizil der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Nordwest mit 20 Betreuern und fünf Küchenhelfern insgesamt 104 Kindern zwei unvergessliche Wochen bereitet. Da die Besucher nicht mit leeren Händen kamen, bereichert jetzt ein Sortiment unterschiedlicher Spielbälle den Fundus des Waldheims. Diese wurden von den Kindern sofort einer Spielprobe unterzogen und für gut befunden. Danach wurde es ernst: In einem kurzen Fußballmatch traten die Waldheim-Teilnehmer gegen die Besucherdelegation an. Gegen die Anfeuerung aus den vielen Kinderkehlen hatten die Besucher allerdings keine Chance: 3 zu 1 für das Waldheim lautete das verdiente Ergebnis. Die Verlierer nahmen das Ergebnis sportlich, aber durchgeschwitzt auf.

Danach ging die Rundfahrt weiter nach Sillenbuch in den Stadtteil Riedenberg. Dort betreibt die Evangelische Kirchengemeinde Sillenbuch ein großes Waldheim mit 80 Betreuern und 50 im Schichtbetrieb arbeitenden Küchenhilfen. Fünf Wochen lang können dort insgesamt 400 Kinder betreut und versorgt werden. Die umgebende Natur spielt im pädagogischen Konzept des Waldheims eine große Rolle, das Haus verfügt jedoch nicht über ausreichende eigene Flächen. Daher wurde ein Antrag auf eine teilweise Nutzung des direkt benachbarten Naturschutzgebiets Eichenhain an das Regierungspräsidium gestellt. Bürgermeisterin Fezer betonte, die Stadt habe sich für das Waldheim eingesetzt und werde dies auch weiterhin tun. Es gelte, eine "Nutzung in einer verträglichen Weise" zu vereinbaren. "Ich drücke Ihnen dafür die Daumen", sagte Fezer. Anschließend übergaben die Besucher auch hier ein Geschenk. Diesmal ein Spielgerät zum Thema Erlebnispädagogik, das die Teamarbeit und Koordination fördert: "das laufende A".
 
Mit der Waldheimrundfahrt wurden in diesem Jahr auch drei wichtige Themen angesprochen: Einmal der zunehmende Ausbau der Ganztagesschulen in Stuttgart, die ebenfalls eine Kinderbetreuung anbieten. Bürgermeisterin Fezer stellte klar, dass dies keine Konkurrenzsituation zwischen Waldheimen und Schulen sei. Im Gegenteil würden beide Institutionen durch eine noch weiter ausbaufähige und intensivierte Kooperation gewinnen. Denn auch der Aufenthalt außerhalb des Schulgebäudes und in der Natur sei ein wichtiges pädagogisches Element.

Zum weiteren Thema Ehrenamt sagte Fezer: "Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer gäbe es keine Waldheime. Dafür möchte ich den Freiwilligen ganz besonders danken." Oft beginne die "Karriere" der späteren Betreuer mit dem Besuch eines Waldheims, dann folge der ehrenamtliche Einsatz und schließlich würden auch die eigenen Kinder dort untergebracht. Damit schließe sich der Kreis, so die Bürgermeisterin weiter.

Insgesamt 1800 pädagogische Helfer sowie 470 Küchenhilfen werden in diesem Jahr ehrenamtlich in den Kinderfreizeiten arbeiten. Mit dem Thema Inklusion beschäftigte sich der Geschäftsführer der AG Kinder-Stadtranderholung, Jörg Schulze-Gronemeyer. Derzeit sind 112 Kinder mit Behinderung in den Waldheimen integriert. 69 davon benötigen eine Assistenz, die übrigen werden von ihrer jeweiligen Gruppe unterstützt. Stuttgart könne das "Waldheim für Alle" anbieten, sagte Schulze-Gronemeyer.

Die AG Kinder-Stadtranderholung organisiert die beliebten Waldheimferien und nutzt dabei die Infrastruktur der konfessionellen und sonstigen Waldheimverbände und Institutionen. Finanziert werden die Kinderferien durch einen Mix aus Elternbeiträgen, Eigenmitteln der Träger und Zuschüssen der Stadt Stuttgart. Diese betrugen 2018 insgesamt 1,23 Millionen Euro, davon rund 800.000 Euro an Betriebszuschüssen, 45.000 Euro für Leistungen aus der Familiencard sowie 385.000 Euro aus der Bonuscard. Der städtische Verpflegungstageszuschuss beträgt derzeit 7,20 Euro pro Kind und Tag.
 
Der reguläre Beitrag der Eltern beträgt aktuell 89 Euro pro Woche - 87 Euro im Jahr 2018 - einschließlich der VVS-Netzfahrkarte. Bei Vorliegen von sozialen Kriterien reduziert sich der Betrag auf 82,90 Euro. Mit einer Stuttgarter Familiencard (2018: 16,2 Prozent) ermäßigt sich der Beitrag für Eltern auf 71,20 Euro und für Alleinerziehende auf 54,30 Euro. Kinder mit einer Stuttgarter Bonuscard (2018: 25 Prozent) sind beitragsfrei.
 
Weitere Informationen unter www.waldheime-stuttgart.de. Infos zu anderen Ferienangeboten unter www.ferienprogramm-stuttgart.de.