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Feinstaubalarm wird in der Periode 2019/2020 fortgeführt - OB Kuhn: "Zuversichtlich, dass wir die Vorgaben wieder einhalten können"

07.08.2019 Aktuelles
Der Feinstaubalarm wird auch im kommenden Winterhalbjahr 2019/2020 fortgesetzt. Das hat die Stadt Stuttgart am Mittwoch, 7. August, bekannt gegeben. Die nächste Feinstaubalarm-Periode wird vom 15. Oktober 2019 bis zum 15. April 2020 dauern.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte: "Die Überschreitungstage bei Feinstaub sind rückläufig, 2018 haben wir die Vorgaben zum ersten Mal geschafft. Wenn wir auch 2019 unter der zulässigen Zahl der Überschreitungstage bleiben, dann könnten wir in der Feinstaub-Periode 2020/2021 auf den Alarm verzichten."

Die Bürgerinnen und Bürger, so der OB, könnten ihren Teil dazu beitragen, indem sie bei Feinstaubalarm möglichst auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen. Kuhn: "Aktuell haben wir für 2019 zwar ein paar Überschreitungstage mehr als im gleichen Zeitraum 2018, aber ich bleibe zuversichtlich."

Im Jahr 2019 ist der Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an der Messstation "Am Neckartor" bislang an 20 Tagen überschritten worden (Stand 30. Juni 2019). Das haben die offiziellen, gravimetrischen Messungen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) ergeben. 2018 gab es im ersten Halbjahr 16 gravimetrisch gemessene Überschreitungstage, zulässig sind 35 pro Kalenderjahr.

Im Jahr 2018 wurden die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte für Feinstaub nach Messungen der LUBW erstmals eingehalten. Gravimetrisch erfasst wurden an der Messstelle "Am Neckartor" insgesamt 20 Überschreitungstage. Im Vergleich zu den Vorjahren gehen die Feinstaubwerte zurück: So wurden 2017 an derselben Stelle 41 Überschreitagstage gemessen. 2016 waren es noch 58 Überschreitungstage. An allen weiteren Messstellen im Stuttgarter Stadtgebiet werden die Vorgaben für die Feinstaub-Grenzwerte bereits erfüllt. Der Feinstaub-Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird an allen Messstationen eingehalten.

Hintergrund Feinstaubalarm

Bei Feinstaubalarm rufen Stadt und Land die Bevölkerung in Stuttgart und in der Metropolregion dazu auf, das Auto möglichst in Stuttgart nicht zu nutzen und auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Der Feinstaubalarm wird mit einem Tag Vorlauf bekannt gegeben, sodass sich Autofahrer rechtzeitig Mobilitätsalternativen suchen können.

Zudem ist bei Feinstaubalarm der Betrieb von sogenannten Komfort-Kaminen untersagt - also von Einzelraumfeuerungsanlagen, die eine bereits vorhandene Heizung ergänzen und nicht den Grundbedarf an Wärme decken. Dafür hat das Land die Verordnung zum Betriebsverbot für Komfort-Kamine (Luftqualitätsverordnung- Kleinfeuerungsanlagen) erlassen. Das Betriebsverbot gilt ausschließlich an Tagen mit Feinstaubalarm zwischen dem 15. Oktober und dem 15. April.

Feinstaubalarm wird ausgelöst, sobald der Deutsche Wetterdienst (DWD) an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre prognostiziert. Durch die austauscharme Wetterlage besteht die Gefahr von Überschreitungen der Grenzwerte für Feinstaub. Vor allem im Winterhalbjahr können häufiger Wetterbedingungen herrschen, die eine Anreicherung der Luft mit Schadstoffen begünstigen. Diese austauscharmen Wetterlagen verhindern die Verteilung und den Abtransport der Luftschadstoffe in die Atmosphäre.