Untertürkheim

Das im Jahr 1200 erstmals urkundlich erwähnte Untertürkheim lebte Jahrhunderte lang vom Weinanbau und von der Neckarflößerei. Man geht davon aus, daß die Anfänge von "Türkheim" auf die Ansiedlung einer alemannischen Sippe im 4. Jahrhundert zurückgehen. Nach einem Häuptling dieser Sippe bekam der Ort den Namen "Duringoheim", woraus später "Türkheim" wurde. Der Fortschritt kam mit Beginn des 19. Jahrhunderts, nachdem 1845 die erste Eisenbahnstrecke des Landes zwischen Untertürkheim und Cannstatt eröffnet wurde.

Industriestandort und idyllische Wohngebiete

Das persönliche Verhandlungsgeschick des Untertürkheimer Schultes Eduard Fiechtner mit Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach gab 1900 den Ausschlag für den Erwerb von Gewerbegebiet in Untertürkheim. Die Daimler-Motoren-Gesellschaft wollte ihre Fabrikanlagen erweitern und das war wegen Platzmangel am Seelberg in Cannstatt nicht möglich. Fiechtner überzeugte den hiesigen Gemeinderat ein gemeindeeigenes Elektrizitätswerk zu bauen und konnte dadurch den Vorstellungen von Daimler, seine Transmissionen mit Strom zu betreiben, nachkommen. Daimler schob während der Verhandlungen noch die Forderung nach einem Gleisanschluss nach.

Am 15. August 1900 unterzeichneten Vertreter der Gemeinde und der Autofirma den Vertrag über 185.000 Quadratmeter Baugebiet im Untertürkheimer Gewann Kies. Der Brand im Jahre 1903 beschleunigte den Umzug nach Untertürkheim. Die Werksanlagen in Untertürkheim wurden am 20. November 1904 offiziell in Betrieb genommen.

In der Folge entwickelte sich Untertürkheim zu einem der führenden Industriestandorte Württembergs.

Um neuen Wohnraum zu schaffen, begannen 1911 Arbeiter der Firmen Robert Bosch un der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit der dafür gegründeten "Baugenossenschaft Luginsland" das Wohngebiet Nägelesäcker mit Reihenhäusern zu bebauen. Im Laufe der Zeit wurden weitere idyllisch gelegene Wohnviertel gebaut, die erfolgreich verhinderten, dass Untertürkheim sich zu einem reinen Industriegebiet entwickelte.

Wappen Untertürkheim

Weingärtnerort

Im Gegensatz zur Flößerei ist man dem Weinbau treu geblieben. Schon seit dem 8. Jahrhundert wird in Untertürkheim Weinbau betrieben. Im Mittelalter hatten zahlreiche Klöster Weingüter in Untertürkheim. Mönch Berthold von Zwiefalten nannte 1138 die Gegend von Türkheim "das beste Mark des Landes". Bis heute ist Untertürkheim in seinem Kern ein Weingärtnerort geblieben. Die beiden sehr erfolgreichen Weingärtnergenossenschaften in Rotenberg und Untertürkheim haben sich dem umweltschonenden Weinbau verschrieben. Die Weinlagen Altenberg, Mönchberg und Schloßberg sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Viele Besenwirtschaften, Weingüter und die beiden Weingärtnergenossenschaften laden zu einem Besuch dieser Weinkulturlandschaft ein. Die besondere Qualität der erzeugten Weine ist bei Weinkennern und Weinliebhabern bekannt.

Blick vom Württemberg auf Untertürkheim, im Vordergrund WeinbergeVergrößern
Blick vom Württemberg auf Untertürkheim. Foto: Stadt Stuttgart

Stadtteil Rotenberg mit Grabkapelle

Beliebtes Ausflugsziel ist der Stadtteil Rotenberg. Hier stand einstmals die Stammburg der Grafen von Württemberg. Die heute noch zu besichtigende Grabkapelle ließ König Wilhelm I. 1820 für seine früh verstorbene Gemahlin Katharina errichten. Später wurden auch der König und seine Tochter Maria hier beigesetzt.

Eingemeindung

Die selbstständige Gemeinde Untertürkheim wird gemeinsam mit der Oberamtsstadt Cannstatt und Wangen am 1. April 1905 nach Stuttgart eingemeindet.

Am 1. Mai 1931 verliert Rotenberg seine Selbstständigkeit und wird als 12. Gemeinde nach Stuttgart eingemeindet. Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke wird Rotenberg 1956 dem Stadtbezirk Untertürkheim zugeordnet.

Weitere Informationen

Webseiten mit vielen Informationen rund um das Thema Marketing und Wirtschaftsförderung in den Stuttgarter Stadtbezirken:


Private Webseiten zum Stadtbezirk:

Unterthemen