Neugestaltung Hospitalviertel

Das Hospitalviertel ist ein Teil der Stuttgarter Oberen Vorstadt und erstreckt sich bis zur Königstraße. Es wird als geschlossenes, abgegrenztes Viertel betrachtet, wie ein "Floß" im umgebenden Stadtraum. Hervorgehoben wird dies durch eine breiten, bordartigen Gehbereich, der sich wie ein Ring um das gesamte Viertel legt.

Das neue Gestaltungskonzept

Da alle Straßen und Platzflächen, bis auf die Vorfläche des Hauses der Wirtschaft Mängel hinsichtlich der Gestaltung aufweisen, soll der Raum im Inneren des Viertels ein neues Gestaltungskonzept erhalten bei dem die künftigen Platz- und Straßenräume entsprechend ihrer Funktionalität gestaltet werden.

Ein weiteres Ziel ist die intensive Begrünung der Straßen und Platzräume unter Berücksichtigung und Erhalt des jetzigen Bestandes, ebenso wird die Rückführung der Fahrbahnbreiten und des ruhenden Verkehrs auf das notwendige Maß angestrebt.

Gestaltungskonzept für das HospitalviertelVergrößern
Gestaltungskonzept für das Hospitalviertel. Quelle: LHS

Neubauvorhaben Hospitalstraße 17-19

Kenndaten des Projekts:

Vorderansicht geplanter Neubau Hospitalstr. 17-19Vergrößern
Vorderansicht geplanter Neubau Hospitalstr. 17-19. Quelle: Schwarz Architekten

Blick in die Vergangenheit

Als Teil der Stuttgarter Oberen Vorstadt wurde der Bereich Hospitalviertel seit dem 15. Jahrhundert bebaut, dieser erstreckte sich bis zur Königstraße, dem sogenannten ehemaligen Großen Graben.

Während der Renaissancezeit (15. bis 16. Jahrhundert) wurde eine Blockstruktur mit regelmäßigem und einem annähernd rechtwinkligem Straßenraster, als Grundriss für die Vorstadt geplant.
Im späteren Verlauf wurde die Vorstadt in die Stadtbefestigung einbezogen und erhielt als nördlichen Zugang  das Büchsentor.

Das 1473 gestiftete Dominikanerkloster, gewissermaßen die erste Baumaßnahme des neuen Stadtviertels wurde bereits 1536 im Zuge der Reformation aufgelöst. Die Bauten wurden daraufhin durch das städtische Katharinenspital genutzt. Daher auch die Namensgebung Hospitalviertel.

Während der Gründerzeit (Mitte 19. Jahrhundert) wurde der östliche Bereich durch große öffentliche Bebauungen wie dem Haus der Wirtschaft (Landesgewerbemuseum) stark verändert.

In den 1940er Jahren (nach dem 2. Weltkrieg) wird die ehemalige Obere Vorstadt in Folge von Straßenplanungen zum Ausbau der heutigen Theodor-Heuss-Straße (früher Roten Straße) und deren Umsetzung im Sinne der autogerechten Stadt stark verändert. Die Theodor-Heuss-Straße teilt seither die ehemalige Vorstadt in einen nördlichen Bereich, das künftige Hospitalviertel, und den südlichen Bereich zwischen Calwerstraße und oberer Königstraße.

Historischer Lageplan der Stuttgarter VorstadtVergrößern
Historischer Lageplan der Stuttgarter Vorstadt. Quelle: LHS
Haus der WirtschaftVergrößern
Haus der Wirtschaft. Quelle: LHS
Luftbildaufnahme des Hospitalviertels (1963)Vergrößern
Luftbildaufnahme des Hospitalviertels (1963). Quelle: LHS

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