Delegation aus St. Louis zu Gast in Stuttgart
Man soll die Feste feiern, wie sie fallen - und zurzeit fallen sie, zumindest was die Beziehung zwischen Stuttgart und St. Louis betrifft, in dichter Folge. Erst im April war eine Delegation der Landeshauptstadt in den USA, um mit der Metropole am Mississippi 50 Jahre Partnerschaft zu feiern. Jetzt war der Bürgermeister von St. Louis, Francis G. Slay, mit einer achtköpfigen Reisegruppe von 5. bis 9. Mai in Stuttgart zu Gast. Höhepunkt der Visite war der Festakt am Freitag, 7. Mai, im Rathaus, bei dem sich Mayor Slay ins Goldene Buch der Landeshauptstadt eintrug.
Auch sonst hatten die Gäste aus der Partnerstadt St. Louis ein ambitioniertes Besuchsprogramm: Gleich im Anschluss an die Landung nach dem Transatlantikflug am 5. Mai ging es zum Daimler-Werk nach Sindelfingen. Tim Nowak, Direktor des World Trade Center in St. Louis, war begeistert: "Wir haben von Anfang bis Ende gesehen, wie ein Mercedes entsteht von der ersten Schraube bis zum fertigen Auto. Ich bin sehr beeindruckt."
Anschließend stattete die Gruppe dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum einen Besuch ab. Dessen Direktor, Michael Weißenborn, war mit der Stuttgarter Delegation in St. Louis gewesen.
Vom Charlottenplatz aus war es nur noch ein Katzensprung ins Rathaus, wo sich Bürgermeister Francis G. Slay und seine Begleiter bei der Jugendinformationsmesse "Ich muss weg" umsahen. Im großen Sitzungssaal informierten Organisationen an 24 Ständen über die Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten, unter anderem warb eine Gruppe Jugendlicher für ihre Heimatstadt St. Louis.
Am Donnerstag ging es für die Besucher in ähnlichem Tempo weiter.
Erst präsentierte Mayor Slay seine Stadt vor der Industrie- und Handelskammer als vielfältigen und dynamischen Wirtschaftsstandort, dann informierten sich die Gäste im Generationenhaus Stuttgart-West über das gelebte Miteinander zwischen Jung und Alt. Der frühe Nachmittag war für die Teilnahme am Seminar "American Regions: Mississippi" an der Universität Stuttgart reserviert, die freundschaftlich mit der University of Missouri in St. Louis zusammenarbeitet.
Vis-á-vis im Klinikum Stuttgart stellte Prof. Dr. Thomas Nordt den Gästen danach in der Klinik für Herz- und Gefäßkrankheiten des Katharinenhospitals eine neuartige, in den USA noch nicht verfügbare Methode zum Einsatz einer Herzklappe mittels Katheter vor. Der Vorteil: Auch ältere, bereits durch andere Erkrankungen geschwächte Patienten bewältigen den minimalinvasiven Eingriff gut und fühlen sich anschließend um Vieles fitter und leistungsfähiger. Außerdem präsentierte die mit dem Klinikum Stuttgart verbundene Sana Herzchirurgie Stuttgart ihr Angebot. Die Klinik verbindet eine medizinische Kooperation mit der Washington University School of Medicine. In diesem Kontext wird Dr. Timo Weimar im Sommer in die USA aufbrechen, um dort für ein Jahr im Team von Prof. Ralph Damiano in der Herzchirugie mitzuarbeiten.
Auch während der nächsten Tage kam bei den Stuttgart-Reisenden keine Langeweile auf: Besichtigungen im Mercedes- und Porsche-Museum standen ebenso auf dem Terminplan wie Besuche im Jugendhaus Degerloch und im Geschwister-Scholl-Gymnasium.
Gemütlich zu ging es bei Abstechern aufs Frühlingsfest, zum Weingut Currle und zum Calwer Eck Bräu, wo das zusammen mit der amerikanischen Schlafly-Brauerei entwickelte Jubiläumsbier vorgestellt wurde.
Karl Semle
/ Sabine Haas

- Pin der Stadt St. Louis zum Partneschaftsjubiläum. Foto: LHS


- Beim Willkommensempfang im Festraum schließt Mayor Francis G. Slay auch Bekanntschaft mit einer schwäbischen Spezialität - der Laugenbrezel. Foto: Karl Semle


- Konzentration im Operationssaal der Sana Herzchirurgie. Die Mitglieder der Delegation aus St. Louis schauen Prof. Dr. Doll bei einer Herzklappen-OP über die Schulter. Foto: Sabine Haas


- Eröffnung der American Days: Konzert der Bosman Twins aus St. Louis mit der Stuttgarter Jazzband Trijo. Foto: Karl Semle



